Mario Gernandt hat erheblichen Anteil am Höhenflug des TSF Heuchelheim
14.10.2011 - HEUCHELHEIM
HEUCHELHEIM (rd/beg). Thorsten Hillgärtner ist ein Mann der klaren Worte. Wenn der Trainer der TSF Heuchelheim ein Spiel analysiert, dann nimmt er kein Blatt vor den Mund. Und wenn er einen Spieler beurteilt, weist er auch schon mal auf Schwächen oder zu verbessernde Aspekte hin. Wenn also der gute Herr Hillgärtner, der auf dem Platz auch mal laut wird (manche Zaungäste behaupten, er sei das eigentlich ständig), über einen Spieler sagt: „Bringt immer eine Topleistung, nein, Negatives fällt mir nicht ein“, wäre das alleine schon ein Grund den Belobigten zum Spieler der Woche zu küren.
Da Hillgärtner mit seinen TSF Heuchelheim aber auch noch unangefochten und unbesiegt Spitzenreiter der Kreisoberliga Süd ist, kommt ein weiterer Grund dazu, Mario Gernandt auszuwählen. Denn der 21-Jährige, der seit den Minis bereits seinem Stammverein die Treue hält, trägt maßgeblich dazu bei, dass die Turn- und Sportfreunde nach nunmehr zehn Spieltagen auch die beste Abwehr der Liga stellen. „Ich bin froh, dass wir das mit den Gegentoren in den Griff bekommen haben“, sagt Gernandt und spielt auf die „Schreckensbilanz“ der ersten vier Partien an. Da ging der Mitfavorit auf den Titel zwar ausnahmslos als Sieger hervor, hatte aber bereits acht Gegentreffer kassiert. Um gewinnen zu können, musste die Abteilung Attacke sich also mächtig strecken.
Gernandt, der alle zehn Begegnungen komplett absolviert hat, und seine Defensivkollegen haben aber mittlerweile die Balance gefunden, wohl wissend, dass ein 1:0-Erfolg eben auch drei Punkte bringt. Und unterm Strich in der Statistik auch prima aussieht. Zumindest für den groß gewachsenen Abwehrmann, der derzeit die Außenbahn absichert, aber auch schon in der Innenverteidigung und dem defensiven Mittelfeld dichtgemacht hat. Thorsten Hillgärtner lobt explizit die Kopfball- und Zweikampfstärke des Abwehrstrategen, der aber auch in der Spieleröffnung, dank guter Technik, einiges bewegen kann.
Gernandt, dessen Vater selbst Handball spielte, gibt in der Eigenauskunft eine zumindest „interessante Schwäche“ an. Der eloquente Heuchelheimer, der auch im Mannschaftsrat Verantwortung übernimmt, sagt, die „Kommunikation mit den Mitspielern“ sei noch verbesserungswürdig. Wenn dem nach seiner Ansicht so ist, dann schlägt es derzeit aber nicht negativ zu Buche. Drei Jahre ist das TSF-Eigengewächs nun bei den Senioren am Ball, im ersten Jahr hat ihn eine schwere Knieverletzung mehr oder minder lahmgelegt.
Seit zwei Saisons aber läuft es rund für den Bayern-Fan, der neben dem Fußball auch noch Krafttraining auf seiner Agenda hat. Dabei entwickelt Mario Gernandt nach einem etwas dünneren Jahr der immer zum Favoritenkreis zählenden Truppe, die in der Vorsaison auf Platz sechs landete, entsprechend der stabilen Leistung auch ambitionierte Ziele. „Wir schauen von Spiel zu Spiel“ - und natürlich soll die Erfolgsserie fortgesetzt werden. Da ist Gernandt ganz pragmatisch, denn „wer verliert schon gerne“, sagt das Abwehr-Ass, dessen persönliches Ziel ein wesentlicher Baustein für den Erfolg wäre. „Die beste Abwehr der Kreisoberliga“ will Gernandt mit seinen Mannschaftskollegen stellen. Auf einem guten Weg ist die Hillgärtner-Elf.
Die Operation Aufstieg könnte in diesem Jahr gelingen, was im Falle Gernandts ebenfalls passt. Bei dieser Operation assistiert der Medizinstudent im dritten Semester sicher allzu gerne.
Quelle: Gießener Anzeiger







